Gemeinsames Lernen - Individuelles Lernen

„Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der Gleiche,
auf dem die Starken sich vervollkommnen.“ (Maria Montessori)

Die Gesamtschule ist eine Schulform, die allen Kindern die Chance auf einen Schulplatz bietet und von vorneherein auf Unterschiedlichkeit und Vielfalt setzt – ganz im Sinne einer inklusiven Bildung und des Rechts aller Kinder auf gemeinsames Lernen, wie es die Vereinten Nationen fordern. Erfolgreiches gemeinsames Lernen ist allerdings, abgesehen von hinreichenden Ressourcen, ohne eine gleichzeitige Individualisierung des  Lernprozesses nicht denkbar. Die pädagogische Konzeption Montessoris nach dem Grundsatz  „Jedes Kind ist anders“ macht das Kind zum Mittelpunkt des Lernprozesses und bietet somit die ideale Grundlage, gemeinsames Lernen und individuelles Lernen in Einklang zu bringen. Die Grundlage dieser Individualisierung des Lernens bildet die Freie Wahl der Arbeit, ein zentrales Prinzip unserer Schule auf der Basis der Reformpädagogik Maria Montessoris. Gemäß diesem Prinzip können die Kinder sowohl fachbezogenen als auch freien Lernneigungen nachgehen. Unterricht nach diesem Prinzip bedeutet für unsere Lehrerinnen und Lehrer, in einer anregenden Lernumgebung (Vorbereitete Umgebung) allen Kindern den Weg in ein entdeckendes Lernen zu ermöglichen und ihnen dabei zu helfen, ihre eigenen Stärken selbst zu finden und auszuprägen. Wir vertrauen auf den Grundsatz Montessoris: „Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der Gleiche, auf dem die Starken sich vervollkommnen.“

 

Gemeinsames Lernen – Der Weg zur Inklusion

An unserer barrierefreien Schule werden derzeit ca. 90 Kinder mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung unterrichtet. Wir freuen uns besonders darüber, dass die ersten unserer SchülerInnen mit besonderem Förderbedarf in der Oberstufe im letzten Jahr vor dem Abitur angekommen sind. Inzwischen sind alle sechs Förderschwerpunkte an unserer Schule vertreten:

  • Hören und Kommunikation
  • Sehen
  • körperlich-motorische Entwicklung
  • emotional-soziale Entwicklung (insbes. Autismus-Spektrum-Störungen)
  • Sprachqualität und
  • Lernen
weiterlesen ...

Freie Wahl der Arbeit

Das Prinzip der Freien Wahl der Arbeit (FWA) geht auf den Grundsatz Maria Montessoris zurück, dass Freiheit und Arbeit in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen. Arbeit wird dann nicht als Druck empfunden, wenn sie unter den Bedingungen der Freiheit stattfindet. Damit ist nicht Beliebigkeit gemeint, sondern Freiheit der Arbeit muss bestimmten Regeln folgen und klar definierte Grenzen haben. Die Schülerinnen und Schüler lernen, Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen.
In dieser Unterrichtszeit arbeiten die Schülerinnen und Schüler an fachgebundenen  Aufgaben, die Pflicht -und Wahlanteile ausweisen, sowie an fächerübergreifenden Projekten. Die Schüler wählen den Lernpartner, den Arbeitsort, sowie die zeitliche Reihenfolge ihrer  Arbeit. Das Üben und Wiederholen, Vertiefen und Ausweiten von Kompetenzen setzt an den individuellen Fähigkeiten der Schüler an und wird von den Tutor*innen (Klassenlehrer*innen) begleitet. Die Stunden der Freien Wahl der Arbeit zeichnen sich durch  ritualisierte Verlaufsformen aus:

  • strukturierter Ablauf der Stunde der Freien Wahl der Arbeit
  • Dokumentation der Arbeit von Schülerinnen und Schülern und von Lehrerinnen und Lehrern (s. Studienbuch)
  • Präsentation der Ergebnisse

Die Lehrer*innen sorgen für eine Lernatmosphäre ganz im Sinne Montessoris nach dem Grundsatz der Vorbereiteten Umgebung. Sie verstehen sich als Berater und Helfer der Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung zu selbstständigen Persönlichkeiten. Gerade während der Stunden der FWA können sie sich den Schüler*innen individuell widmen und sie gegebenenfalls beraten. Die Lehrkräfte sichern die Qualität der Arbeit, führen Buch über die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler und melden ihnen ihre Einschätzung zurück -  am Ende des Schuljahres nochmal in ausführlicher Form als schriftliches FWA-Gutachten.

weiterlesen ...

Individuelle Förderung

Gemäß der Erkenntnis Maria Montessoris, dass jedes Kind seinen eigenen Lernweg finden kann, steht die individuelle Förderung im Zentrum unseres pädagogischen Konzeptes, dessen Basis wiederum das Prinzip der Freien Wahl der Arbeit bildet. Wir verzichten daher auf eine alleinige Zuweisung der Kinder in bestimmte Förderkurse und haben stattdessen ein Modell entwickelt, das uns flexiblere Möglichkeiten der Förderung erlaubt. Die im Anhang befindliche Übersicht zeigt die wesentlichen Fördermöglichkeiten der verschiedenen Jahrgangsstufen. Es werden sowohl unterstützende Maßnahmen zur Sicherung der Basiskenntnisse als auch herausfordernde Maßnahmen zur Vertiefung und Ausweitung bestehender Fähigkeiten und Begabungen angezeigt.

Studienbuch

Ein wichtiger Bestandteil der Montessoriarbeit ist die Dokumentation des Lernens durch die Schüler*innen selbst. Zu diesem Zweck haben wir an unserer Schule das in der Montessori-Pädagogik häufig verwendete Studienbuch eingeführt.
Zu Beginn eines jeden Schuljahres bekommen alle Schülerinnen und Schüler ein eigenes Exemplar an die Hand, in dem unter anderem folgende Elemente enthalten sind:

  • die Lerninhalte der Fächer des jeweiligen Jahrganges
  • Vordrucke zum Eintrag für
    - die Wochenberichte zur Freien Wahl der Arbeit
    - Projekte – von der Planung über die Durchführung bis zur Evaluation
    - die Ergebnisse des Methodentrainings
    - die Umsetzung des TrainingsErwachsen werden
    - Absprachen und Ziele hinsichtlich des Arbeits- und Sozialverhaltens
  • Selbst- und Fremdeinschätzungsbogen
  • ein Jahreskalender mit den Terminen des Schuljahres
  • und weitere anregende Seiten

Das Studienbuch gibt den Schüler*innen somit eine genaue Übersicht über die geforderten Inhalte des Schuljahres wieder, es entsteht Transparenz bis hin zu kritischer Überprüfbarkeit von Unterrichtsinhalten.  Die individuell geleistete Arbeit der Schüler*innen wird als sichtbares Dokument festgehalten, insbesondere die Planung und Tätigkeit zur Freien Wahl der Arbeit. Durch die Tatsache, dass die Schüler*innen ihre teils selbst gestellten Aufgaben sowie ihre selbst gesteckten Ziele eigenständig ins Studienbuch eintragen, lernen sie, zunehmend Verantwortung für ihren Lernweg zu übernehmen. Die Lehrkräfte – vor allem die Tutor*innen – begleiten und überprüfen die Dokumentation in den Studienbüchern kontinuierlich. Zudem bekommen die Eltern ebenfalls Einblick in die Arbeit ihrer Kinder ebenso wie in das Anforderungsprofil der Schule, so können sie sich in regelmäßigen Abständen – neben den Elternsprechtagen – über die Lernentwicklung ihres Kindes informieren.

Diesen RSS-Feed abonnieren

Vertretungsplan or